Seit über 210 Jahren im Dienst der Kirchenmusik

von Franz Mostert

Nach dem Schützenverein von 1636 ist der „Pfarrcäcilienchor von 1805“ die zweitälteste Hückeswagener Bürgergemeinschaft. Auf der Basis der Kirchenmusik an St.-Mariä-Himmelfahrt können die Annalen des Chorgefüges bis in das Jahr 1805 zurückverfolgt werden. Damals galt es, mehrstimmige Mess-Gesänge und gregorianischen Choralgesang zu den Gottesdiensten in der alten Schlosskirche, dem früheren Burg-Palas, nach den Einschränkungen der Säkularisation neu zu beleben. Seit dieser Zeit ist kontinuierliches Bestehen auch in schwerer Not und in bedrängenden Kriegswirren lückenlos nachweisbar.

Wenn über viele Jahrzehnte Männergesang als Domäne galt, so konnten durch die Existenz von Mädchen- und Frauenchören besonders zu den Hochfesten im Kirchenjahr bekannte Werke der Chorliteratur in Mehrstimmigkeit aufgeführt werden. In den Festbüchern zu Chorjubiläen ist mit Akribie aufgeführt, was, wann und unter welchem Dirigat im Dienst der „musica sacra“ zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Kirchengemeinde musiziert werden konnte.

Ebenso kann auf die lange Reihe der Chordirigenten verwiesen werden. Zweimal erwiesen sich über 40-jährige Chorleiter-Dienstjahre als überaus vorteilhaft für eine enorme Ausweitung des Repertoires weit über kirchliche Verpflichtungen hinaus und mit Ausstrahlung in das profane Musikleben der Stadt Hückeswagen. Zunächst konnte Hubert Beißel von 1900 bis 1943 seine Vorstellungen von machbarer Kirchenmusik mit den Cäcilianern vermitteln. Unvergessen ist überdies das kompetente Dirigat des Chordirektors Hermann Josef Hacke in der Zeit zwischen 1956 und 1997.

Im Jahre 1948 beendeten die kirchlichen Männer- und Frauenchöre ihr eigenständiges Vereinsleben. Jetzt also begann eine in jeder Hinsicht gedeihliche Arbeit unter dem Namen „Pfarrcäcilienchor von 1805“. Aufgelegt wurden die großen Vertonungen der Klassiker und Romantiker. Es bedurfte nur kurzer Zeit, bis das Barock und Zeitnahes mit Ausgeglichenheit in allen Stimmen zur Aufführung gebracht werden konnten. Die chronologische Auflistung in den Aufzeichnungen langer Dezennien kündet von guten Chorjahren in großer Besetzung.

Wenn zuvor verlässliche Laien-Musiker die Begleitungen zu Orchestermessen, Oratorien und Kantaten übernommen hatten, so konnten später durch uneigennützige Initiative aller Chormitglieder Mittel bereitgestellt werden, die professionelles Musizieren und herausragende Soloparts ermöglichten. All das lässt sich ablesen am Beispiel der „verklungenen Töne“ der letzten musikreichen Jahre, die uns nach den Jubiläum „200 Jahre im Dienst der musica sacra“ einen ununterbrochenen Fortbestand sichern und schenken konnten.

Unter der Leitung unserer Chorleiterin, der Kirchenmusikerin Inga Kuhnert, konnten solche Kompositionen wie das Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn, das „Utrechter Tedeum“ von Georg Friedrich Händel, das „Requiem a-moll“ von Luigi Cherubini, die „Messe solennelle à Ste-Cécile“, Werke von Vivaldi, Mozart-Messen und weitere Tonsetzungen der Klassik-Literatur zur Aufführung gebracht werden. Zumeist als Gottesdienst-Umrahmungen zu vielen turnusmäßigen Anlässen der Kirchenjahre ist zunehmend modernes Kirchenmusik-Gut angesagt.

Im „Pfarrcäcilienchor von 1805“ kamen zu keiner Zeit Geselligkeit und immerwährende Ausflüge in „heitere Tonalität“ zu kurz. Das soll so bleiben. Zusammen mit den vielen „Cäcilianern“ ein Stück durch die Musikschätze der Vergangenheit bis in unsere Tage hinein zu durchleben, sind Wegmarken im alten und neuen Hückeswagen. Und das seit mehr als 210 Jahren.

 

Aufführungen von 2005 bis 2014

2005

200 Jahre Pfarrcäcilienchor von 1805
Geistliches Abendlob
Eine europäische Orgelreise
Chornacht „Sende aus deinen Geist ...“
Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn
„Missa brevis F-Dur“ von Wolfgang Amadeus Mozart
Festkommers im Forum
Festliche Musik zu Adventlicher Zeit

2006 

Chor- und Orchesterkonzert
mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn und Michael Haydn

2007 

„Missa brevis G-Dur“ von Wolfgang Amadeus Mozart
Kirchenkonzert mit Motetten und liturgischen Chorsätzen

2008

„Utrechter Tedeum“ von Georg Friedrich Händel
„Laudate pueri“ von Antonio Vivaldi

2009

„Ein Sommernachtstraum“ - Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy
Doppelkonzert „Aus Jagd und Wald“ (Hückeswagen-Wipperfürth)

2010

„Requiem a-moll“ von Luigi Cherubini
Benefizkonzert zugunsten der Hospiz-Gruppe

2011

„Missa terra supermontana“ von Thomas Gabriel
zusammen mit Dekanatschören im Kölner Dom

2012

„Messe solennelle à Ste-Cécile“ von Charles Gounod
„Cäcilien-Antiphon“ von Franz Liszt

2013

Advent- und Weihnachtskonzert
Konzertante Aufführungen zum Cäcilienfest

2014

Mitwirkung beim Pop-Oratorium „Die 10 Gebote“
von Michael Kunze und Dieter Falk

2015

Konzert "Glory to Thee" - eine musikalische Zeitreise von Heinrich Schütz bis Sister Act
Mit Salaputia Brass, S. Kammerer (Orgel und Piano) und J. Persian (Drums)